Sonntag, 22. Juli 2007
Regentanz
Sportlich gesehen gestern wohl wieder ein Tief, warum auch immer, vielleicht einfach weil ich die Bahnen nicht mag oder weil ich mir einrede, dass ich sie nicht mag. Das Mauerfeld für mich immer ein heimlicher subtiler Angstgegner. Ich kämpfe nicht gegen die anderen, ich kämpfe gegen die Bahn oder gegen mich.
Jedenfalls fehlt am Schluss genau mein Beitrag zum Sieg, sicher es ist ein Mannschaftssport und jeder hätte mehr bringen können, aber man ist ja immer selbst am schlechtesten.
Zuhause erwartet mich eine schnelle mikrogewärmte Roulade und massenhaft schlechte Laune. Ich versuche sie zu ignorieren, was allerdings gemeinsam im Auto nicht funtioniert. Man schweigt sich an.
Auf dem Parkplatz schreien mir die Boxen schonen ein Stern entgegen, meine Laune bessert sich dadurch nicht wirklich. Nochmal gedrückt wurde diese durch das vibrieren meines mobilen Schlechte-Nachrichten-Übermittlers, Sarah kann nicht kommen und bleibt nun heute abend doch zuhause. Hundert leere Gesichter um mich herum und niemand mit dem ich mich unterhalten kann oder eher will. Wenigstens schafft meine Schwester kurz meine Laune etwas zu heben. Nach einem langsamen Bier, wohl mehr zum Festhalten als zum Trinken, und einigen gezwungenen Tänzen meiner Schwester und meines Vaters mit meiner Stiefmutter war dieser Abend dann auch spurlos an mir vorübergezogen.
Kurz vor Abflug dann doch eine Spur Hoffnung auf Freude, Kathleen ist da! Die zwei nassen Familienmitglieder hinter mir (warum muss man mit aller Gewalt bei Regen unbedingt nen langsamen Foxtrott tanzen wollen) wollen aber unbedingt sofort nach Hause, wenigstens zwei Sätze können wir tauschen, wir sehn uns am Montag ja wieder. So muss ich auch das Gespräch abbrechen, ich weiß sowieso nichts mehr zu reden und eigentlich will ich auch nicht, ich will aber auch nicht nach Hause, wie so oft weiß ich mal wieder nicht was ich will...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Meine TopTen der Woche